Lass mich dir eine Geschichte erzählen

Der Verein

Der SV Blau-Gelb Wiesbaden blickt auf nun mehr als 93 bewegte Jahre zurück.

Gegründet wurde der Verein unter dem alten Namen Postsportverein Wiesbaden e.V. am 31.01.1927. Die Gründung geht zurück auf die in diesen Jahren in vielen Städten erfolgte Gründung von sog. Behördensportvereinen, deren Anfang ein Post-Sportverein in Berlin im Jahr 1924 machte. Ziel der neu gegründeten Vereine war es vor allem durch Sport zur Gesundheit der Mitarbeiter beizutragen. So passierte es auch in Wiesbaden durch einige Postbeamte und Mitstreiter.

1. Schülermannschaft 1932


Die Grundlagen des Vereins waren dabei schon damals neben den sportlichen Aktivitäten immer die sportliche Haltung und kameradschaftliche Geschlossenheit sowie die Pflege der Geselligkeit, die sich bereits in frühen Jahren auch bei zahlreichen Veranstaltungen und Vereinsfeiern zeigte.

Die Mitgliederzahl des Vereins wuchs sehr rasch an und erreichte bald eine vierstellige Zahl. Nach eigenen Aussagen war man damit vor dem 2.Weltkrieg zeitweise der größte Sportverein in Wiesbaden. Folgerichtig wurden weitere Abteilungen – auch Jugendabteilungen - gegründet, die auch überregionale sportliche Erfolge erzielte, wie z.B. Deutsche Meisterschaften im Radball.

75 Jahre BlauGelb Wiesbaden
PSW Wiesbaden Gruppenbild


Über die Vereinsgeschichte während der Nazi-Zeit ist wenig bekannt außer das man sich in „Post-Sport-Gemeinschaft“ umbenennen musste und viel Wehrertüchtigung stattfand.

Nach dem Krieg ging der Neuanfang nur schleppend voran. Es gab kaum Sportgeräte und keine Hallen oder instand gehaltene Sportplätze, so dass der Verein unterschiedliche Sportstätten nutzte ehe er später seine sportliche Heimat an der Steinbergerstrasse fand.

Am 10.02.1946 fand die erste Nachkriegsversammlung des Vereins statt, auf der beschlossen wurde, die Eigenschaft als geschlossener Behördenverein aufzugeben und den im Dritten Reich aufgezwungenen Namen „Post-Sportgemeinschaft“ wieder in „Post-Sportverein“ umzuwandeln.

Nach anfänglichem Widerstand der Stadt, die keine „Behördenvereine“ wollte, erhielt man aufgrund dieser Satzungsänderung auch die notwendige Lizenz für weitere Abteilungen: Handball, Fußball, Radsport, Schach, Schwerathletik und Kegeln. Ebenso erhielt man die Lizenz für entsprechende Jugendgruppen für die Bereiche Fußball, Handball und Radsport. Die Farben Blau und Gelb für den neuen Namen „Sportverein Blau-Gelb“ im Jahre 1958, der einen uneingeschränkten Spielbetrieb ermöglichte, gingen dabei auf eine Idee unseres Ehrenmitglieds und Sportkameraden Alois WILL zurück, der mittlerweile auf eine fast 80 jährige(!!) Mitgliedschaft zurückblicken kann.

Von dieser Zeit ging es mit der Mitgliederzahl wieder aufwärts: von 280 stieg die Zahl bald auf rund 1000 Mitglieder. Dabei war die Post mit dem Sponsoring ein großer Helfer. 1971 firmierte man dann wieder unter dem Namen „Post-Sportverein-Blau-Gelb Wiesbaden“.

Es folgten Boom-Jahre mit eigener Vereinszeitung und neuen Angeboten. Zeitweise hatte der Verein, neben Fußball, bis zu 14 Abteilungen: Tischtennis, Schützen, Kegeln, Schach, Badminton, Handball, Leichtathletik, Volleyball, Frauengymnastik, Kinderturnen, Ausgleichssport und Skilanglauf!

Mai 1974

1977 feierte der Verein sein 50 jähriges Jubiläum, mit dem Höhepunkt einem Freundschaftsspiel gegen den damaligen Drittligisten SV Wiesbaden, der kurz zuvor noch gegen den FC Schalke im DFB-Pokal gespielt hatte.

1998 richtete der Verein die deutschen Kegelmeisterschaften als weiteren Höhepunkt der Vereinschronik. 2002 feierte der Klub als Post-Sportverein Blau-Gelb mit einem großen Fest sein 75-jähriges Bestehen. 2003 hat der Verein erneut umfirmiert und zwar in SV Blau-Gelb Wiesbaden e.V., nachdem die Deutsche Bundespost im Kontext ihrer Privatisierung komplett die Vereinsunterstützung beendet hatte. In diesem Prozess der Neuorientierung verließen die Schützen und Kegler den Verein, da man ihnen nach dem Rückzug der Post keine eigenen Sportstätten mehr bieten konnte. Der Verein musste jetzt auch auf eigenen Füßen stehen. Nachdem der Postrückzug schlagartig zu einer drastischen Verkleinerung des Vereins führte, geht es seither stetig bergauf.

Egon Hof, König der Rheinhöhe

Der Verein war stets geprägt durch die Menschen, die den Verein durch erfreuliche aber auch schwere Zeiten brachten, sei es die Sportler, die Helfer, die Abteilungsleiter und die Vorstände. Männer wie Alois Will, Erich Holtmann, Georg Schleifer oder Egon Hof (der die Fußballabteilung fast 45 Jahre quasi im Alleingang führte). Nicht zu vergessen auch die prägenden Frauen wie unsere bislang einzige Erste Vorsitzende Charlotte Conrad von Heydendorf Wolfrum oder Inge Geissler als zweite Vorsitzende (nunmehr im 39sten Jahr immer noch aktive Gymnastik-Abteilungsleiterin).

Seit 2001 leitet unser aktueller Vorsitzender, Edgart Knapschinski, ohne den es den Verein in dieser Form sicher nicht mehr gäbe, mit seinem fleißigen Team die Geschicke des Vereins, und konnte zahlreiche Höhepunkte vermelden. Zu nennen sind die Fertigstellung und Einweihung des Vereinsheimes in 2003, das inzwischen mit seinem laufenden Aus- und Aufbau, der 2020 fertig werden soll, das Herzstück des Vereins darstellt und für das Gemeinschaftsleben, die Geselligkeit eine wichtige Institution geworden ist. Zu nennen sind aber auch die Wiederaufnahme unseres Stadionheftes „Egon“ seit 2004, Erstellung der Freilandschachanlage auf dem Vereinsgelände in 2011 und, als wichtigster Baustein, die Errichtung des Kunstrasenplatzes in 2013, die ebenfalls groß gefeiert wurde. Die Bedeutung des neuen Kunstrasens für den Verein war enorm. Sie führte zu einem rasanten Wachstum unserer 2013 wiederbelebten Jugendfußballabteilung und war sicherlich mitursächlich für den wunderbaren und wundersamen Aufstieg unserer 1. Fußballmannschaft in die A-Liga Wiesbaden. So soll es in den nächsten Jahren weitergehen, gemeinsam damit es 2027 zum 100 jährigen Vereinsjubiläum möglichst viel zu feiern gibt!

Mai 1974

To be continued...